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Interview mit Juerg Vogt VOVOX AG

VOVOX-Gründer und -Geschäftsführer Jürg Vogt im Interview über die ewige Diskussion um das perfekte Kabel und den Unterschied zwischen Studio- und HiFi-Kabeln.

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Fury in the Slaughterhouse in der TUI Arena Hannover

Fury in the Slaughterhouse in der TUI Arena Hannover – 3 Tage komplett ausverkauft

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Charlie Bauerfeind im Interview

Produzent und Recording-, Mixing-, Mastering-Engineer Charlie Bauerfeind im Interview.

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Chandler Limited Michael Beinhorn Interview Teil 1

Der Produzent im Interview über seine Arbeitsweise und die Musikindustrie (Teil 1)

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Earthworks Audio - Chris Mitchell - Ein Leben ohne EQ

Dank Earthworks-Mikrofonen verzichtet der FOH-Engineer von Umphrey’s McGee weitestgehend auf EQ-Einsatz.

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In der deutschen Musiklandschaft gilt Markus Ganter als einer der Produzenten der Stunde. 2010 feierte er mit seinem Remix des Titels „So This Is Goodbye“ von William Fitzsimmons Erfolge. Der Titel setzte sich an die Spitze der Hype-Machine-Charts und wurde im Soundtrack des Schweighöfer-Filmes „What A Man“ gefeatured…

Markus Ganter

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Foto: Laura / TrueBusyness

„Für die UAD gibt es eigentlich alles, was man braucht, um den Song fett zu machen.“

Was haben Seeed, Silbermond, Silly oder Unheilig gemeinsam? Ganz einfach: Alle diese Künstler und noch viele mehr wenden sich für den Feinschliff ihrer Tonträger an Sascha „Busy“  Bühren. In den letzten 10 Jahren hat sich der ehemalige Hip-Hop-Spezialist zu dem wohl gefragtesten Mastering-Engineer in Deutschland gemausert – und das Gütesiegel „Mastered by TrueBusyness“ gilt fast schon als Garantie für den erfolgreichen Chart-Einstieg einer Produktion. Wir haben uns mit dem sympathischen „Mastering-Gott“ über seine Produktionsweise und seine Philosophie unterhalten.

Hallo Busy, Du bist Toningenieur, Produzent und Mastering-Spezialist in Personalunion – wo liegt Dein Schwerpunkt?

Busy: Mein Schwerpunkt ist ganz eindeutig das Mastering. Angefangen habe ich mit der Produktion von deutschsprachigem Hip-Hop, hier habe ich seit 1997 sehr viele Künstler wie Curse oder auch Cora E betreut. Ich habe zu der Zeit auch viele Remix-Produktionen gemacht, u. a. für Moses Pelham, Xavier Naidoo, Common oder auch Phil Collins. Dadurch kam ich dann auch „in den Sound“ rein, weil ich mir gedacht habe, dass es doch möglich sein muss, diesen amerikanischen Sound nach Deutschland zu holen.

Ich hatte damals ein einschneidendes Erlebnis in New York: Für das erste
Curse-Album sind wir zu Tony Dawsey bei Masterdisk gegangen und das hat mich total „geflasht“. Da sitzt der Typ und hat vor paar Minuten noch die neue DMX-Platte gemacht, am nächsten Tag sollte dann DJ Premier ins Studio kommen und wir waren halt mittendrin.

Zwei Tage später habe ich den Axel Niehaus kennengelernt, der damals viele
Produktionen wie Notorious B.I.G., Lil Kim, oder Faith Evans als Engineer
betreut hat und uns ins Electric Ladyland Studio eingeladen hat. Und dann sitzt Du in diesem Hendrix-Room und hast plötzlich die Einschläge und denkst Dir: Hier ist so viel Historie drin und da sitzt der Custom-Engineer, der ein Pult mit 96 Kanälen unter Kontrolle hat – zwar mit Fader-Automation, aber alles war am leuchten. Da habe ich mir gedacht, das probiere ich jetzt auch mal. Zwar hatte ich damals nicht die Technik, aber das Thema „Sound“ war für mich in dem Moment geboren.

Bis 2003 habe ich immer häufiger kleine Mastering-Jobs gemacht. Und dann kamen Seeed. Das war eigentlich mein erster großer Mastering-Auftrag – eine Art „Challenge“: Sterling Sound hatten das gemastert und den Jungs hat das nicht so gut gefallen. Da fiel dann mein Name und es hieß: „Kannst Du uns über Nacht ein Album mastern?“ Das habe ich natürlich gemacht, und so war ich auf einmal im Rennen. Das war praktisch der Ritterschlag für alles, was danach kam.

Produzierst und mischt Du gar nicht mehr?

Busy: Seit dem Umzug nach Berlin habe ich größere Räume zur Verfügung: Ich habe hier eine große Regie, in der hauptsächlich das Mastering stattfindet, und mehrere kleinere Produktionsräume, die einem den Freiraum geben, nicht jeden Sound gleich mit dieser High-Tech-Orgie an Equipment zu verbiegen. Da kann man sich auch mal puristisch mit dem Laptop oder iMac hinsetzen und mal wieder etwas für sich machen.

Ich habe seit dem Umzug endlich mal wieder ein Hip-Hop-Projekt, das Spaß macht – das kitzelt wieder. Das macht man vielleicht jetzt eher als Hobby, um die alten Skills mal wieder rauszuholen, aber das Tagesgeschäft muss natürlich weiterlaufen; Mastering ist da im Vordergrund.

Allerdings hatte ich vor kurzem das Angebot, die B-Seite für die neue Single „Automatic“ von den Beatsteaks zu mischen. Die Jungs sind auf mich zugekommen und wollten, dass ich die Single als Stem-Master mache. Ich habe das Stem-Mastering aber eher als Mix betrachtet und konnte daher noch ein bisschen kreativer sein. Das hat den Jungs auch so gut gefallen, dass sie mir noch eine B-Seite angeboten und gesagt haben: „Da musst Du dann allerdings richtig mischen, das ist dann eine Aufnahme von uns aus dem Proberaum und da musst Du dich mit den Signalen halt abkämpfen“. Und so hatte ich auf einmal einen Mix-Job außerhalb des Hip-Hop-Genres.

Mittlerweile habe ich meine ganze Verkabelung auf Vovox umgestellt, was sehr viel gebracht hat, so dass ich jetzt ein Hybrid-Setup habe: Ich kann direkt zwischen Mastering und Mixing umschalten. Wenn ich heute einen Mastering-Job habe, kann ich morgen früh ein paar Kabel umstecken und dann direkt ins Mixing gehen.

Masterst Du eher „intuitiv/musikalisch“ oder ist Dein Ansatz eher„technisch“?

Busy: Das ist mittlerweile eigentlich ein sehr gutes Zusammenspiel. Ich habe sehr gerne meinen Master-Pinguin auf der rechten Seite mitlaufen, wo ich immer mal hinschiele und prüfe, wie es unten herum und insgesamt mit dem Pegel aussieht.
Aber es ist schon so, dass ich erstmal hinhöre: Was gefällt mir an dem Song, wo sehe ich die Stärken? Und dann fange ich damit an, diese Stärken
herauszuarbeiten – nicht damit, die Schwächen auszumerzen. Wenn ich dann an einem Punkt bin, an dem mich wieder einiges mehr stört, weil ich bisher nur angehoben habe, fange ich an, dagegen zu arbeiten – und das dann auch immer mit Blick auf den Analyzer.

Dein Setup ist ja weitgehend „hybrid“. Digitale und analoge Technik kommen fast gleichberechtigt zum Einsatz. Wie entscheidest Du, ob Du analog oder digital arbeitest?

Busy: Das ist so ein bisschen Tagesform-abhängig. Es gibt manche Jobs, bei denen schon extrem viel Analogtechnik im Einsatz ist. Bevor ich da meine Analogkette einbaue, frage ich mich schon zuerst, ob das der Sache wirklich gut tut. Wenn nicht, dann wird bei mir einfach die Palette an UAD Plug-Ins aufgemacht, mit denen ich auch sehr breitbandig arbeite und gar nicht chirurgisch versuche, mit sehr schmalen Q-Faktoren irgendwelche Störfaktoren herauszuarbeiten.

Ich arbeite fast immer in Absprache mit dem Produzenten oder Engineer: Wenn bei der Aufnahme schon extrem viel analog gemacht wurde, bitten die mich auch häufiger, das Ganze ein bisschen digitaler zu halten, und dann mach ich es eben digital.
Für mich haben beide Welten etwas sehr schönes.

Ist die Frage zwischen analog und digital das für Dich ausschließlich eine Geschmacksfrage?

Busy: Ja, in jedem Fall. Ich habe schon sehr hochwertige Plug-Ins, mit denen ich hier arbeite. Nicht jede Emulation von demselben EQ klingt gleich, dazu muss ich nur das Plug-In von Hersteller X mit dem entsprechenden UAD Plug-In vergleichen: Da ist ein himmelweiter Unterschied. Bei den UADs habe ich immer ein gutes Gefühl.
Da passt auch das Zusammenspiel aus Klang und Optik: Man dreht an einem Regler und merkt sofort, dass sich da wirklich etwas tut.

Das Gleiche gilt aber auch für meine analoge Technik: Wenn ich an meinen
Rasterknöpfen drehe und es „Klick-Klick“ macht, merke ich schnell, dass dort gutes Handwerk dahinter steckt.

Gibt es so etwas wie ein Herzstück in Deinem Studio – vielleicht ein Gerät, ohne das es gar nicht geht?

Busy: Ich würde sagen, das Herzstück bin einfach ich selber (lacht). Ich habe in den letzten Jahren mit so vielen Geräten gearbeitet, habe so viel ausprobiert, und dabei immer wieder gemerkt, dass es egal ist, was ich gerade benutze.

Letztlich bin ich es, der entscheidet, was zum Einsatz kommt, welcher Sound gewünscht ist und wie man diesen Sound herstellt. Es wird ja beispielsweise viel darüber diskutiert, ob man einen Master-Limiter in der Summe einsetzt oder den Wandler clippt. Bei mir ist das immer eine Bauchentscheidung: Manchmal clippe ich den Wandler, weil das der Produktion einen gewissen Charme verleiht. Und bei anderen Produktionen achte darauf, dass der Wandler absolut sauber angefahren wird, so dass ich noch einen sauberen Master-Limiter draufsetzen kann, der keinerlei Zerrung zulässt. Deswegen denke ich, das Herzstück bin eher ich als
irgendeine spezielle Technik, die hier zum Einsatz kommt.

Welche Rolle spielt die UAD-Plattform in Deinem Studio?

Busy: In 80% meiner Masterings kommt der UAD Precision Maximizer zum Einsatz: Das Signal geht über den AD-Wandler in den Rechner und dort sitzt im Input der Maximizer, der mir letztlich auch die Lautstärke und die Dynamik macht: Das ist bei meinen Masterings das Entscheidende.

Bei vielen Produktion, die auf CD erscheinen, hat man ja das Gefühl: Das ist total tot, nur noch laut – da ist eigentlich nichts mehr. Die Drums haben keine Transienten mehr, es zerrt, und das vielleicht auch an den falschen Stellen.
Der UAD Precision Maximizer gibt mir dagegen immer das Gefühl, dass die Drums, die für mich in einer Produktion den größten Schwerpunkt haben, noch immer genügend Transienten haben und nicht durch die Vocals nach hinten gedrückt werden.

Wenn ich die Kick oder Snare vor der AD-Wandlung und hinter dem Maximizer A/B vergleiche, habe ich immer das Gefühl, dass sie noch denselben Punch und Druck haben. Die Vocals fangen nicht an, den Sound zu ducken.

Der UAD Precision Maximizer ist das Tool in meiner Kette, mit dem ich immer unterwegs bin, wenn der Kunde sagt: „Mach es mir mal noch ein Quäntchen lauter – und noch ein bisschen, und noch ein bisschen…“

Wie sieht es mit anderen Plug-Ins aus?

Busy: Ein weiteres ganz wichtiges Tool, das ich häufig in der Produktion einsetze, ist die Studer A 800 Bandmaschine für die UAD: Ich komme ja aus der Zeit, in der Bandmaschinen im Studio noch sehr gebräuchlich waren. Leider bin ich nie in den Genuss einer echten Studer gekommen, ich habe aber genügend Produktionen gehört, die über diese Maschine gelaufen sind und habe dadurch auch die Vorzüge von Band mitbekommen. In meiner Zeit als Radio- und Fernsehtechniker habe ich beispielsweise.
Revox-Bandmaschinen eingemessen – was ein totaler „Pain in the ass“ ist.
Eigentlich müsstest Du die Maschine ja vor jeder Produktion einmal einmessen, den Bias korrigieren und auf alles mögliche achten. Und jetzt gibt es plötzlich ein Plug-In, wo Du das alles nicht mehr machen musst, aber gezielt durch die Vormagnetisierung diesen gewissen „Ranz“ erzeugen kannst – den wir früher gehasst haben, weil wir immer das pure Signal wollten. Aber die Bandkompression sorgt einfach für einen fetten Punch, die analoge Wärme. Ich habe gemerkt, dass jedes Instrument durch das Studer Plug-In seinen speziellen Platz im Stereo-Panorama und auch im Frequenzbereich bekommt. Und das funktioniert speziell im Bassbereich super: Wenn ich bei 30 ips auf das GP9, also das rote Band, schalte und den Input etwas „kitzle“, passiert etwas, was mir bisher kein Plug-In gemacht hat. Früher habe ich mit schmalbandigen EQs die 43 Hz etwas geboostet, so dass es fast einen leichten Sinus-Touch bekommen hat. Seit ich das Studer A 800 Plug-In habe, habe ich das kein einziges Mal mehr gemacht. Und jetzt setzt Universal Audio mit der Ampex-Maschine ATR-102 noch einen oben drauf. Da bin ich jetzt schon seit zwei Wochen am Probieren.

Was schätzt Du an den UAD Plug-Ins besonders?

Busy: Mehr noch als die Plug-Ins schätze ich die Arbeit, die dahinter steckt. Die Leute bei Universal Audio transportieren absolute Studio-Klassiker auf eine Plattform, mit der man den Mix komplett „in the box“ fahren kann: Man merkt, dass hier Leute mit Passion am Werk sind – so, wie das damals bei Bill Putnam Sr. ja auch schon der Fall war. Für die UAD gibt es eigentlich alles, was man braucht, um den Song fett zu machen. Ich feier’ das ab, was die Entwickler dort leisten. Und auch, dass sie ein Ohr für Ideen von UAD-Usern haben – wie z.B. die MS-Funktion, die es über Jahre auf der UAD nicht gegeben hat. Und plötzlich kommt die Zusammenarbeit mit Brainworx – durch Zusammenarbeit entstehen Ideen und die Möglichkeit, die Plattform noch perfekter zu machen.

Wenn Du die Wahl zwischen dem analogen Original und einer UAD-Emulation wie z.B. dem 1176 hast, für was entscheidest Du Dich?

Busy: Vom Arbeitsaufwand feier’ ich das natürlich total ab, es im Rechner machen zu können. Wenn man aber einmal in den Genuss gekommen ist, mit der Universal Audio Hardware wie dem 1176, z. B. auch in Verbindung mit dem LA-2A, zu arbeiten, dann ist das schon eine Klasse für sich. Die Kombination aus den beiden ist übrigens auch meine Lieblingskette, wenn ich eine Vocal-Produktion fahre: Immer zuerst der 1176, dann der LA-2A und anschließend der Pultec-EQ –alleine die beiden Kompressoren klingen schon so unfassbar gut. Und durch ein paar geschickte Einstellungen, die man auf der UAD-Plattform nicht machen kann, erzielt man auf einmal ein noch viel krasseres Klangerlebnis. Aber man muss auch sehen: Das ist einmalig, was da gerade passiert. Da muss schnell ein Recall-Sheet
geschrieben werden, dann muss das Signal aufgenommen werden, weil ich dann auch alle Vocal-Spuren damit bearbeiten möchte – da brauchst Du dann einen sehr ausdauernden Praktikanten, der Dir die Spuren überspielt (lacht).

Du arbeitest ja auch mit einem analogen Summierer – sind Plug-Ins wie die Studer A 800 für die UAD dazu eine Alternative oder eher eine Ergänzung?

Busy: Der Summierer ist tatsächlich ein Tool, das nicht mit einem Plug-In vergleichbar ist. Ich finde es wie gesagt interessant, das Studer Plug-In auf Einzelspuren einzusetzen und dezent mit den Rausch- und  Brummverhältnissen zu arbeiten: Rauschen kann man sich – wie ich finde – immer positiv zu Nutzen machen und damit seine Tiefenstaffelung erzeugen.

Der Summierer macht dagegen nichts anderes, als diese Signale aufzunehmen. Gute Summierer haben sehr wenig Kanalübersprechen und du hast im Mix die Möglichkeit, die Signale viel genauer zu lokalisieren. Wenn Du nur Stems durch den Summierer schieben würdest, bringt das nichts: Da kannst Du auch gleich „in the box“ mischen. Das Mischen in den Summierer ist da schon was anderes. Und wenn man das dann noch mit der UAD Studer A 800 kombinieren kann, sei es auf Einzel- oder Stereo-Signalen wie einem Klavier, bekommt das plötzlich einen ganz
anderen Raum, wenn man den Pegel ein bisschen anreißt. Man kann den Summierer und die Studer A 800 sehr gut zusammen nutzen, aber es funktioniert auch beides ohne einander.

Gibt es ein Plug-In, das Du Dir für die UAD-Plattform wünschen würdest?

Busy: In den letzten zwei Jahren finde ich MS wirklich sehr spannend. Gerade da ich häufiger „in the box“-Mixes bekomme und die nicht immer in einer räumlich perfekten Umgebung gemacht worden sind, habe ich über MS einfach die Möglichkeit, mir gezielt noch mal die Seiten anzuhören: Was passiert da? Was ist mit den Gitarren los? Speziell bei Rock-Produktionen bin ich da immer am Start. Von daher wäre ich sehr daran interessiert, hier weitere Tools zu haben.
Und dann hätte ich auch gerne, dass das weniger analog ausgelegt ist, sondern eher digital und damit härter und viel präziser eingreift.

Du denkst also an ein MS-Tool für die Precision-Sparte der UAD?

Busy: Ja, z. B. an den Precision Multiband mit der Option, die einzelnen Bänder eventuell noch etwas spreaden zu können und den Bassbereich dafür nach Bedarf mono zu fahren – das wäre ein absoluter Traum für mich!

Erzähl uns doch bitte noch etwas zu Deinen nächsten Projekten.

Busy: Die neue Präsenz hier in Berlin hat schon einiges bewegt, wir haben hier im Studio fast täglich Besuch von Produzenten oder Künstlern und auch international hat das mittlerweile Wogen geschlagen: Hier in Berlin hast Du dann eben auch mal eine Band wie Mando Diao oder einen Til Schweiger im Studio – und das sind dann Momente, von denen Du zehren kannst und wo man weiß, dass man den richtigen Schritt getan hat.

Demnächst habe ich wieder die Beatsteaks da, wobei Seeed in den nächsten Monaten wohl dominieren wird: Nach der „Molotov/Wonderful life“ Single sind die auch sehr fleißig im Studio und ich bin in sehr engem Kontakt mit der Band, wenn es um den Austausch von Sound-Ideen geht. Wir bewegen uns ja auf das Jahresende zu und da werde ich sicher noch ein paar Schätze auf dem Pult liegen haben.

Und dazwischen gibt es ja auch noch die UAD-2 Workshop-Tour mit Henning Verlage von Unheilig.

Busy:
Ja, das wird Spaß machen, weil die Mitarbeiter vom S.E.A. Vertrieb sehr gute Leute sind und weil ich den Henning von Unheilig sehr gerne habe und ihn als Produktionspartner extrem schätze. Ich bin kein Mensch der ein Geheimnis aus seiner Arbeit macht, denn ich möchte das weiter geben, was ich gelernt habe.
Auf den Kontakt mit den Gästen freue ich mich eigentlich am meisten, und
vielleicht lerne ich selber ja auch was dazu. Da sitzen vielleicht richtige
Technik-Nerds, die mich auf neue Ideen bringen. Ich denke, das wird ein schöner Austausch werden!

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Weblinks:

 

www.truebusyness.com

www.facebook.com/TrueBusyness

twitter.com/truebusyness

www.youtube.com/tbpbusy

Tell us a bit about who you are and where you come from – what is your background?

Well, I’m Wade Goeke and I own and design the equipment for Chandler Limited. I started in music in junior high, playing guitar and singing, and equally important is that my parents bought me a 4 track for Christmas in 8th grade. So I have been recording and playing music since my very beginning. When I graduated high school I moved to Los Angeles to make all my dreams come true 😉 I struggled for a long time but continued to write, play, and record, eventually starting to work in studios and also building my own 24 track analog studio. I had always been someone who takes things apart and experiments and really all that just came together with my musical background and became what is now Chandler Limited. I am totally self taught when it come to electronics.

Why did you start designing audio gear?

Well mostly because I could not afford to buy anything! My earliest pro audio projects were making 1073 from spare parts. I had scraped up the money for one or two but was running 24 tracks of audio. Something had to be done about that 🙂 After that I had found my first pair of vintage TG Limiters and could not believe how cool they were. Since they are impossible to find I had to make some 🙂 And on and on it went!!!

Michael Wagener und Wade Goeke

From Neve to TG/EMI to Germaniums back to Neve and the Devils – is Neve the perfect sound for your ears? And why?

Maybe I would say that modified Neve is the perfect sound for my ears. I think a bit of Neve and a bit of the TG is really where my heart is. I have been pursuing that sound with the new Little Devil Pre I’m working on. Obviously I’m into color and warmth and all the terms we all use to describe what we are hearing but to explain futher I would say that I like the color of both TG and Neve types. I tend to prefer the tighter low end produced by the TG combined with the colored Neve class A. I think that is why I like to use the Germanium equipment in combination with the TG. You get the best parts of both.

You own a nice studio yourself – what kind of music are you into? Do you play an instrument?

Yes we have a nice studio in the workshop. I use it to record myself as well as for testing designs. Friends will often use it as well and sometimes end up as beta testers for while they are there. As with gear I am into old stuff when it comes to music. Beatles, Bread, America, PInk Floyd, Velvet Underground is the type of thing I mostly like. I get into some rock as well. Alice in Chains, Stone Temple Pilots, Led Zeppelin. I have been playing guitar for 23 years as well as singing for about as long. I play bass and some keyboards as well. All this is really what brought me to making equipment.

Wade Goekes Studio

What the advantage of still building everything by hand in Iowa rather than getting it built real cheap in China?

This is a very interesting question, I’m glad you asked it. It is also a very sensitive subject for me and one I have been somewhat outspoken about. Use of surface mount components and ribbon cables ties in very closely with this for me. All of these to me are simply things that compromise quality and sound in professional audio. What I find confusing is why any belong in pro audio since they have mainly come about because they are cheap fast ways to make cell phones and computers. I have asked people rhetorically in the past if they would want to pay $3000 for a cell phone because, in my opinion, sometimes we do. I have always loved vintage equipment and for me there is nothing that sounds as good as those classic hand made pieces of gear. Building in Iowa is more cost effective than in a big metropolitan area and allows us to keep making our gear like we want to and still be somewhat competitive. I am very thankful for this!

The API500 format including your Little Devils is a huge seller in the States – why do you think the rest of the world takes longer to adapt to that format?

I really wish I had an answer for that. It is a mystery to me. It took me a long time to get used to the idea of the 500. I used to say there is already a standard and it’s called 19″ 1RU 🙂 Now I think that is too simple an answer to be true. I think you simply have to look at it as what it is. I completely disagree with everybody trying to fit everything possible into it, because space and power prohibit this. But, for example, preamps seems to work quite well in it and you can fit 10-11 of them in 3 RU. Funny enough what I have come out for it is not pre amps but as I said if you use it for what works. I had circuits that fit with the concept and it was a good way to present them.

Wades Gitarrenamps

What are your plans for the future? Are you still planning to build a desk?

I hope to get to it someday. For right now I have decided to make an expanded version of the mini mixer and some of that may turn into a larger desk at some point. I’ve been trying not to shoot my mouth off so much about things I’m working, so I don’t get myself into trouble but we experimenting with more plug ins, some guitar pedals, and also a very nice Little Devil preamp.

The user List on your website reads like an absolutely dream cast – are you proud of that, and are you sometimes scared, you could wake up from a beautiful dream?

Yes, proud and VERY thankful! I’m also happy for the great people that work for me. It is wonderful for them to think “the last Green Day was recorded through tons of the stuff we made”. I don’t want to sound arrogant because I’m not that type of person. I have been very lucky that people like what I do, and I don’t take it for granted…It can get a little scary sometimes if your mind wanders and you say… what if my luck turns…what if I forget how to make something cool…what if it rains tomorrow 🙂

Tony Maserati und Wade Goeke

What would be your desert island setup?

Let me see. I’ll do one with my gear and one without my gear, so I don’t seem to biased. I have to admit I like using my own gear, because when I design it, I basically make it the way I want to hear it. I think somehow I have been lucky that people like how I want to hear things. That said… I love lots of gear and I say about myself „making gear is my living, buying gear is my hobby“ 🙂

Desert Island #1 (with Chandler gear)

–       Germanium preamp, TG Channel EQ section. I can and do use this on about 80% of my recording. Works for drums, guitars, vocal, great bass DI.

–       Mic would be something like a FET47 or KM83/84 vintage only.

–       Compressor would be Little Devil or Germanium Comp

Desert Island #2 (no Chandler gear)

–       Probably 1073 or V72 pre and either use the 1073 eq or a pultec eq.

–       Compressor would be a Neve 2264 or 33609.

–       Mics would still be a vintage FET47 or KM83/84

Ein Kurzinterview mit dem Produzenten Philippe van Eecke aus Mannheim

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Phil, man hört immer nur: „Der Produzent von Xavier Naidoo“. Erzähl uns bitte einmal kurz, für wen du sonst noch gearbeitet hast.

Yvonne Catterfeld, Orange Blue, Vicky Leandros, Bintia, Carl Carlton, Curse, Söhne Mannheims, Brothers Keepers, Zeichen der Zeit, Yen und Stephan Weidner, um ein paar zu nennen.

Beschränkt sich deine Tätigkeit auf Komposition und Produktion? Wenn nein, wofür wirst du sonst noch gebucht?

Nein. Komposition und Produktion sind mittlerweile zwar meine wichtigsten Tätigkeitsfelder, ich werde aber auch immer wieder für Remixe und Radioversionen von Titeln, für Sounddesign und Arrangement, aber auch als Mixing-Engineer sowie für „reine“ Recording-Jobs und Live- Mitschnitte engagiert.

Erzähl uns doch kurz deinen Werdegang? Wie bist du zur Musik gekommen? Wo hast du die Studioarbeit gelernt?

Meine Eltern sind dafür verantwortlich, dass ich früh mit dem Klavier angefangen habe (später kamen noch Querflöte und klassischer Gesang hinzu). Musik habe ich schon immer viel gehört und gemacht.

Nach dem Musik-Abitur, habe ich mich selbstständig gemacht, Musikwissenschaft studiert und ein Stipendium in Kirchenmusik erhalten. Im Alter von 9 Jahren habe ich an Wochenenden und in den Schulferien in einem großen privaten Klassikstudio angefangen, zunächst die Kaffeemaschine zu bedienen und oft als „Blattlaus“ bei Aufnahmen die Noten umzublättern. Dann wurde ich als Assistent eingesetzt. Ich durfte viel ausprobieren und habe mir viel selbst beigebracht, bis man mich irgendwann für Aufnahmen und komplette Produktionen engagiert hat. Als Freelancer habe ich oft in anderen Studios gearbeitet, habe viele Live-Mitschnitte gemacht. Nebenbei habe ich auch viel Klassik gemastert. Pop-Produktionen und -Kompositionen wurden dann immer mehr mein Haupttätigkeitsfeld. Durch Mundpropaganda kamen in diesem Bereich immer mehr interessante Projekte hinzu.

Wie entstand die Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo bzw. den Söhnen Mannheims?

Vor knapp 10 Jahren lernte ich auf Empfehlung Michael Herberger und Xavier Naidoo kennen. Wir haben uns auf Anhieb so gut verstanden, so dass ich ein paar Monate später mit meinem Studio von Heidelberg nach Mannheim umzog.

Was ist deine Philosophie bei der Arbeit? Wie würdest du sie in einem Satz zusammen fassen?

Alles was der Musik/dem Song gut tut

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Ein neuer Künstler kommt zu dir ins Studio: Wie fängst du an, einen Song mit dem Künstler zu „bauen“? Spielst du fertige Kompositionen vor oder arbeitet ihr Stück für Stück etwas zusammen aus?

Da sind ganz unterschiedliche Herangehensweisen möglich. Es gibt fertige Songs und ich arbeite immer an neuen Songideen, also habe ich immer etwas zum Vorspielen. Es hängt stark von den Fähigkeiten des Künstlers ab, ob man etwas zusammen ausarbeiten kann. Da bin ich offen… Ich liebe es, etwas gemeinsam zu entwickeln. Auch co-writing Sessions finde ich super.

Wenn man sich dein Studio näher anschaut fällt auf, dass du mehrere Sequencer (Logic/Cubase/ProTools) im Einsatz hast. Warum und wofür?

Ich möchte die Liste noch um Reason, Record, Nuendo, Live und Fruity Loops ergänzen 😉

Ich finde es einfach inspirierend mit mehreren Tools zu arbeiten. Jedes Programm hat seinen eigenen „Workflow“ und seine Stärken und kann dadurch bestimmte Prozesse extrem vereinfachen und beschleunigen. Außerdem spielt Kompatibilität eine Rolle. In Cubase/Nuendo bin ich am schnellsten. Reason (mit Record) benutze ich gerne unterwegs und zusammen mit Cubase. Logic und Live sind für mich sinnvolle Ergänzungen. ProTools benutze ich z.B. als „realtime Effektprozessor“ und aus Gründen der Kompatibilität. Zu guter Letzt muss auch noch mein Spieltrieb befriedigt werden 🙂

Außerdem besitzt du scheinbar stapelweise Analogtechnik. Hat diese in Zeiten der MacPro 8-Cores und immer besser werdender Plug-Ins noch ihre Berechtigung? Benutzt du viel Hardware?

Ja und ja. Aus meiner Erfahrung heraus arbeitet man ganz anders, wenn man auf jede Funktion direkten Zugriff hat. Man ist einfach mehr im Geschehen. In einer Aufnahmesituation hätte ich gar keine Zeit, mir etwas aus einem Menü heraus zu suchen, dass dann das macht, was ich gerade brauche. Ich habe ehrlich gesagt auch noch keinen wirklich gut klingenden „digitalen“ Pre-Amp gehört. Aber auch im Mix benutze ich gerne analoges Outboard zum Bearbeiten meiner Signale.

Nenn uns doch deine fünf analogen Lieblingsgeräte.

Das wird eng: 2108, LA-610, SSL AWS900+, GreatRiver, TG2, 2-LA-2 (uups sind 6).

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Wie bist du auf die UAD-Karte gekommen? Und was hat dir an Ihr gefallen?

Die erste UAD habe ich zuerst in einem d8b benutzt… Wow, das war wirklich der Sound von Vintage Geräten, die ich mir damals nicht leisten konnte! Ich war wirklich begeistert! Also fand bald eine weitere UAD-1 Platz in meinem Rechner. Seitdem muss in jedem Rechner, den ich mir neu kaufe mindestens eine UAD eingebaut werden. Ich finde super, dass die Leute bei UA die UAD Plattform immer weiter entwickeln und weitere Plug-Ins heraus bringen, die wirklich halten was sie versprechen.

Welche Plug-Ins besitzt du für die UAD-Karte?

Mittlerweile alle… Ich möchte keins mehr hergeben!

Mit welchem deiner Sequencer benutzt du die UAD-Karte?

Cubase, Nuendo, Logic, Live (in mehreren Rechnern).

Welche Plug-Ins würdest du dir für die UAD wünschen?

Ensoniq VFX oder SD-1 Synth-Emulation, Schippman Ebbe und Flut Filter, Elysia Kompressor

Nenn uns deine fünf Lieblings-Plug-Ins

Das wird schwer… im Moment sind es: Inserteffekte: Fatso, Cooper Timecube, EMT250, Overloud TH-1 und Waves RenVox. Synths: FXpansion DCAM Synthsquad, Arturia Moog Modular, Arturia ARP2600, Applied Acoustics Tassmann4 und NI Kontakt

Wo wirst du als nächstes zu hören sein?

Ich bin mit drei Titeln auf dem nächsten Xavier Naidoo Soloalbum vertreten. Weitere Produktionen sind in der Pipeline. Mehr kann ich momentan noch nicht sagen. Ich versuche, meine Homepage aktuell zu halten.

Welche Musik hörst du privat?

Eigentlich alles querbeet: Klassik, Hip Hop, Pop, Soul, RnB, Electronic, Rock, Jazz… was mich eben gerade kickt! Nur nicht unbedingt die Sachen, an denen ich gerade arbeite oder die ich gerade abgeschlossen habe…

Abschließend vielleicht noch ein Tipp für alle angehenden Profi-Musiker/ Ingenieure?

Die Sache ernst nehmen, ohne zu verkrampfen. Den Blick auf das wesentliche schärfen. Unbedingt Spaß haben, beim Schaffen wie beim Hören.

Phil, Vielen Dank für das Interview

 

Philippe van Eecke in Internet: www.klangzeuger.de