Kuhl, r-tronic & S.E.A. realisieren elektroakustisches Alarmierungs- und Evakuierungssystem für den Dürkheimer Wurstmarkt

Ein Winzerfest, das auf den Namen „Wurstmarkt“ hört? So oder so – mehr als 650.000  Besucher können nicht irren und machen den Dürkheimer Wurstmarkt unter „falschem“ Namen zum größten jährlichen Weinfest der Welt. Vom 6. bis 16. September strömten die Massen in die Innenstadt der Rheinland-Pfälzischen Stadt und flanierten auf dem weitläufigen Jahrmarkt- und Weindorf-Gelände. Damit der weinselige Ausnahmezustand nicht zum Ernstfall wird, planten die zuständigen Dienstleister Kommunikationstechnik Kuhl und r-tronic gemeinsam mit den ein elektroakustisches Alarmierungs- und Evakuierungssystem, um in Kooperation mit Marktleitung, Security und Polizei jederzeit Durchsagen absetzen zu können.

Insgesamt decken 34 2-Wege-Hornlautsprecher, aufgeteilt in vier Zonen, den rund 45.000 m2 großen Wurstmarkt-Bereich ab. Dabei mussten Fritz Reinhardt, Inhaber von r-tronic und Markus Kuhl von Kommunikationstechnik Kuhl mit diversen Erschwernissen zurechtkommen, wie z.B. einer äußerst knappen Zeitplanung des Veranstalters und nicht vorhandenen Profil- und Höhenplänen der Schausteller-Bauten, die für eine umfassende Schallverteilungs- und Lautstärkepegel-Planung der Lautsprecherstandorte wünschenswert gewesen wären. Weiterhin durften aus Gründen der Sicherung der Besucherwege (Stichwort: Stolper- und Barrierefreiheit) die Lautsprecher bzw. Zonen untereinander nicht über Kabelwege vernetzt werden.

Funk multifunktional

In enger Zusammenarbeit mit der Planungsabteilung der S.E.A. Vertrieb & Consulting GmbH konzipierten Reinhardt und Kuhl ein Beschallungskonzept auf Basis umfangreicher, rechenintensiver EASE Focus-Simulationen, das zudem mit einer ausgeklügelten und vielseitigen Funklösung aufwartet: „Das Funksystem ist in der Lage, die auf dem Gelände verteilten Endstufen selbstständig aus der Ferne einzuschalten und dazu Audio in Radioqualität zu übertragen. Gleichzeitig können wir so die gekoppelten USVs im Leerlauf laufen lassen, somit die Notstrom-Laufzeit enorm erhöhen und müssen lediglich den Funkempfang sicherstellen“, so Fritz Reinhardt, den man wohl nichts anderes als einen leidenschaftlichen Elektronik-Tüftler nennen kann. Auf diese Weise dienen die Horn-Lautsprecher nicht nur der Notfall-Alarmierung und Evakuierung, sondern auch zur Musikübertragung für das abschließende Höhenfeuerwerk über dem angrenzenden Michelsberg.

Not-Aus an allen Ständen

Auch für ein weiteres Problem mussten Reinhardt und Kuhl eine individuelle Lösung finden: Sämtliche Marktschausteller kommen mit ihrer eigenen, kleineren bis großen, Beschallungsanlage auf den Wurstmarkt und fahren diese entsprechend laut, um sich kundengewinnend Gehör zu verschaffen. „Dadurch muss sich unsere Sprachalarmierung nicht nur gegen den Grundpegel der Festbesucher, sondern auch gegen die einzelnen Stand-PAs durchsetzen“, weiß Kuhl aus Erfahrung. Die Lösung: Ein unscheinbarer grauer Kasten mit je einem roten und grünen Licht, der es jedoch in sich hat…

„Ein Not-Aus, der auf jedem Stand mit eigener Beschallungsanlage an die dortige Endstufe angeschlossen ist, so dass wir im Alarmierungsfall via Funkmeldung die Fremd-Beschallung unmittelbar und vollautomatisch unterbrechen können“, erläutert Reinhardt. Auch lassen sich damit Signalgeber und Warnleuchten aktivieren, die Standbetreibern und Festzelt-Beschallern signalisieren, wann sie durch Herunterregeln ihrer Anlage oder Abschalten von sonstigen Geräuschquellen für mehr Ruhe auf dem Platz sorgen müssen, um Sicherheitsdurchsagen zu erleichtern. Um es externen Beschallern zu ermöglichen, Durchsagen oder Musik zum Feuerwerk auf ihrer eigenen PA hörbar zu machen, wird das Audiosignal via 6,3 mm-Klinkenstecker oder via DI-Box nach außen zur Verfügung gestellt.

Mit der Notfall-Alarmierung auf dem Dürkheimer Wurstmarkt haben Fritz Reinhardt von r-tronic und Markus Kuhl von Kommunikationstechnik Kuhl einmal mehr bewiesen, dass ein Alarmierungs- und Evakuierungssystem nicht nur hochfunktional und bisweilen etwas trockene Materie sein muss, sondern smarte Entscheidungen erfordert, um im Ernstfall schnell und effektiv arbeiten zu können.