Manley Ryan West

Der Audio-Engineer aus NYC färbt die Hip-Hop-Produktionen von Eminem, Rihanna & Co. mit seiner VoxBox und dem Massive Passive.

Ryan West ist der Meister des Larger-than-life-Mix. Der Grammy-nominierte Audio-Engineer hat sich in vielen Genres einen Namen gemacht, ist aber vor allem für seine Arbeit in Diensten der Hip-Hop-Königsklasse bekannt: von Eminem, Jay-Z und Usher über Rihanna und T.I. bis zu Kid Cudi und Action Bronson – sie alle tragen Ryans akustischen Stempel.

In seiner mittlerweile 20-jährigen Karriere hat Ryan West bereits auf der ganzen Welt gearbeitet. Die meiste Zeit verbringt er jedoch in seinem eigenen Studio an der New Yorker Upper West Side sowie in den Flux Studios des Produzenten Fab Dupont in Manhattan.

Bei Urban-Music-Projekten sind in der Regel mehrere Produzenten beteiligt. Deshalb versucht West stets, eine unverkennbare Handschrift zu hinterlassen: „Mein Ziel ist es, das große Ganze im Auge zu behalten. Ich schaue mir eine Produktion an und frage mich: ‚Wie ist die Songstruktur beschaffen? Was ist der rote Faden? Wo liegt der übergeordnete Sinn?‘ Sonst ist es nur eine lose Ansammlung von Single-Tracks. Zudem bemühe ich mich, alles zusammenzuhalten und zu organisieren. Im Rahmen von Hip-Hop-Projekten mit drei, vier, fünf Produzenten kann alles schnell außer Kontrolle geraten. Diesem Chaos wird man nur Herr, wenn man auf die grundlegenden Aspekte achtet – etwa die Verwaltung der Daten oder die Erwartungshaltung der beteiligten Crew.“

Ryan strebt nach Effizienz – sowohl hinsichtlich seiner Produktionstechniken als auch der dafür eingesetzten Werkzeuge. „Wenn man sich wirklich erfolgreiche Menschen anschaut, stellt man fest, dass diese ihre Tools und Workflows zeitlebens weiterentwickeln, um schneller und effizienter Entscheidung treffen zu können“, erläutert der erfahrene Engineer. „Meiner Erfahrung nach fühlen sich insbesondere Künstler und Produzenten von diesem Ansatz angezogen und auch ich versuche, mein Toolset permanent zu verfeinern.“

Heutzutage berührt Ryan West kaum noch ein klassisches Mischpult. Vielmehr favorisiert er einen hybriden Workflow auf Basis eines Summierers. Sein Equipment lässt sich in zwei lose Kategorien einteilen: Den Kern bilden die Geräte, die den Workflow grundlegend definieren. In diesem Bereich legt Ryan Wert auf klangliche Transparenz und perfekt aufeinander abgestimmte Einheiten. „Ich wähle meine Geräte extrem sorgfältig aus und sorge dafür, dass diese so zuverlässig wie möglich arbeiten. In diese Kategorie fallen mein Pro Tools-System, meine Monitore, die Wandler sowie mein Summierer.“

Weiterhin gibt es Tools, wie den Massive Passive Stereo-Röhren-EQ und den VoxBox Vollröhren-Channelstrip von Manley, die dem Mix eine bestimmte Färbung verleihen: „Die erste Kategorie bildet meine stabile Leinwand, auf der ich mich austoben kann“, erklärt Ryan. „Das Outboard von Manley setze ich ein, um meinem Mix die gewünschten Farben und Aromen hinzuzufügen. Diese Vorgehensweise funktioniert jedoch nur, wenn man eine stabile, zuverlässige und vorhersehbare Basis hat – erst dann kann man Dinge ausprobieren und die berühmten glücklichen Zufälle erleben.“

Die Wege von Ryan West und Manley kreuzten sich erstmals im Jahr 2002, als dieser im Chelsea Studio von DJ Jonathan Peters während einer Remix-Session eine VoxBox auf einer Gesangsspur von Bette Midler platzierte. „Wir hatten ein ganz einfaches Vocal-Setup aus einem Vintage C12 Mikrofon und einer VoxBox und der Sound war einfach umwerfend“, erinnert sich Ryan. „Das Ergebnis ließ sich ohne Umwege in den äußerst dichten Remix einfügen. Das war der Moment, an dem ich mir dachte ‚Sh*t, das Teil ist wirklich erstklassig.’“

Für West sind sowohl der Massive Passive als auch die VoxBox unentbehrlich geworden, um mittenbetonte Gitarrensounds erstrahlen zu lassen, ein definiertes Low-end zu formen, Stereospuren zu verfeinern und sogar ganze Mischungen im Endstadium zu überarbeiten.

„Für mich wirkt es immer so, als würde sich mein Mix erheben und in allen Bereichen an Qualität gewinnen. Oder um es etwas plastischer auszudrücken: Er wird einfach sexier…“