Manley Labs Vance Powell

Der Grammy-prämierte Recording- und Mixing-Engineer über seine besondere Beziehung zum Manley Variable Mu.

Als der letzte Vorhang bei den Grammy Awards 2018 fiel, hatte Vance Powell zwei weitere Trophäen für seine beeindruckende Sammlung. Der US-amerikanische Mixing-Engineer wurde sowohl für das Beste Country Album (Chris Stapleton: From A Room: Volume 1) als auch für CeCe Winans „Let Them Fall in Love“ ausgezeichnet.

Wie die meisten Studio-Superstars, beruht Powells Karriere in erster Linie auf seinem außergewöhnlichen Talent als Engineer. Hinzu kommen sein besonderes Händchen für den Umgang mit Künstlern sowie ein Gespür für die richtigen Schritte und Entscheidungen zur jeweiligen Zeit. Seinen Anfang als Sound-Experte nahm Vance Powell vor beinahe vier Jahrzehnten im Live-Sound-Bereich auf Tourneen mit Janis Joplin, Tammy Wynette, Martina McBride und Jars of Clay. Seine parallele Karriere als Studio-Engineer begann 1986 in Joplins „Massey Studios“, wo Powell spontan für einen nicht erschienenen Engineer einspringen musste. Einmal ins kalte Wasser geworfen, zieht der US-Amerikaner seitdem beständig seine Bahnen.

Als John McBride 2002 Pläne zum Bau eines neuen Studios in Nashville schmiedete, wandte sich dieser an Powell. Gemeinsam versammelten die beiden in den Blackbird Studios eine legendäre Equipment-Kollektion, die bis heute zum Beeindruckendsten gehört, was die weltweite Studioszene zu bieten hat. Sieben Jahre lang fungierte Powell als Chief Engineer der Blackbird Studios und zeichnete in dieser Zeit unter anderem für das Grammy-prämierte Album „Taking the long Way“ der Dixie Chicks verantwortlich. Zudem baute Powell eine enge Freundschaft mit dem White Stripes-Frontmann Jack White auf, die zu zahlreichen gemeinsamen Produktionen führte.

Bereits während seiner Zeit in den Blackbird Studios baute Powell gemeinsam mit dem Produzenten Mitch Dane den ebenfalls in Nashville beheimateten Recording- und Mixing-Tempel „Sputnik Sound“ auf, in dem neben Jack White auch die Arctic Monkeys, Clutch und Seasick Steve ihre Alben produzierten.

Das Geheimnis von Sputnik ist seine entspannte und kreative Atmosphäre, in der sich Künstler wohlfühlen und zum Komponieren großartiger Musik inspiriert werden. Auch die Equipment-Liste kann sich sehen lassen und enthält eine feine Auswahl an Vintage- und Custom-Geräten aus mehr als vier Jahrzehnten. Einen besonderen Platz nimmt dabei Vance Powells geliebter Variable Mu Kompressor/Limiter von Manley Labs ein.

Powell, der rund die Hälfte seiner Zeit mit Aufnehmen und Mixing verbringt, folgt bei der Auswahl der Prozessoren einer einfachen Philosophie: „Ich weiß, was ich mag und bin immer auf der Suche nach dem Sound, der die Musikalität des jeweiligen Tracks optimal unterstützt. Dabei experimentiere ich gar nicht besonders viel, sondern verlasse mich auf Equipment, von dem ich weiß, dass es die gewünschten Ergebnisse liefert.“

Kommt es doch einmal zu einem spontanen, glücklichen Zufall im Studio, freut sich Powell umso mehr – schließlich hat der Engineer auf diese Weise das volle Potenzial des Variable Mu entdeckt. „Zu dieser Zeit verwendete ich einen bestimmten Kompressor in paralleler Schaltung auf dem Drum-Bus, doch das Ergebnis hat mich nie wirklich überzeugt. Also probierte ich spontan den Variable Mu aus und war überrascht, wie perfekt dieser den Drum-Sound formte.“

Powell schätzt insbesondere die Vielseitigkeit der Variable Mu und setzt diesen regelmäßig in Americana-, Bluegrass- und anderen Acoustic-Recordings ein. „Der Variable Mu ist meine erste Wahl bei Spuren mit besonders schnellen Transienten, etwa auf den Overheads oder den Becken“, erläutert dieser. Darüber hinaus kommt der Mu hin und wieder auch im Mixing-Prozess auf dem Piano sowie auf dem 2-Bus zum Einsatz – insbesondere bei akustischer Musik. „Der Variable Mu verleiht Spuren einen herausragenden Glanz mit toller Röhrenfärbung. Dafür liebe ich Manley.“

Hin und wieder erhält Powell zudem externe Tracks zum Mischen, die allzu offensichtlich nach digitaler Härte klingen. Auch in diesen Fällen kommt der Variable Mu bevorzugt zum Einsatz, um diese ein wenig „aufzuwärmen“ und die Transienten organischer und analoger zu gestalten.

„Manchmal denke ich, meine Kollegen halten mich für verrückt, aber ich liebe den Variable Mu einfach über alles.“ Diesem Liebesbeweis gibt es wohl nichts hinzuzufügen…