ATC Michael Bishop

Der 10-fache Grammy-Gewinner hört jedes Detail seiner wegweisenden Aufnahmen in DSD und 11,2 Mhz.

Von einem “Urgestein” zu sprechen wäre wohl eine Untertreibung. Seit 45 Jahren steht der US-amerikanische Audio Engineer Michael Bishop für atemberaubende Aufnahme. Der Lohn: unglaubliche 10 Grammy-Awards. Von 1998 bis 2008 fungierte Bishop als Chief Recording Engineer des Plattenlabels Telarc Records. Heute ist er gemeinsam mit seinen ehemaligen Telarc-Kollegen Robert Friedrich und Thomas Moore Mitinhaber von Five/Four Productions.

Im Verlauf seiner langen Karriere war Michael Bishop seiner Zeit immer ein Stück voraus und experimentierte mit 24-Bit/192 kHz Recording als die meisten Engineers sich noch an das neue 16 Bit/44,1 KhZ Format gewöhnten. Auch in den Bereichen DTS, SACD und DSD nahm Bishop stets eine Vorreiterrolle ein. Als Verfechter einer absoluten Klangqualität vertraut Michael Bishop dabei seit 1999 auf die Studiomonitore von ATC. Seine aktuellen Projekte umfassen unter anderem die Aufnahme neuer Werke des Komponisten Jonathan Leshnoff unter Leitung von Robert Spano und dem Atlanta Symphony Orchestra, eine klassische Multitrack-Studiosession mit dem Klassikensemble Eigth Blackbird sowie das viel beachtete Hiphop/Orchester-Fusion-Projekt von Pharrell Williams mit dem Dallas Symphony Orchestra.

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Die Live-Aufnahmen der Leshnoff-Symphonie Nr.2 bei der Weltpremiere in Atlanta stellten selbst einen so erfahrenen Engineer wie Michael Bishop vor eine neue Herausforderung: “Die Werke moderner Komponisten verlangen eine außergewöhnlich präzise Mikrofonierung und Aufnahme, den das Publikum will jedes Detail, jede Interaktion zwischen den Instrumentalisten und jede Klangfarbe hören”,erklärt Bishop. “Das sind wirklich ‘dokumentarische’ Aufnahmen, die im Moment des Erklingens unabänderlich festgehalten warden müssen.”

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, mischte Michael Bishop die insgesamt 28 Mikrofone live zu einem Stereotrack zusammen. Für die Aufnahme setzte der Engineer auf ein DSD-System mit unglaublichen 11,2 MHz – der 256-fachen Auflösung einer CD! Wie immer vertraute Bishop beim Abhören dabei auf seine ATC SCM150ASL Monitore. “In derart kritischen Projekten spielen die ATC eine entscheidende Rolle. Ich treffe sämtliche Aufnahme-, Mixing- und Mastering-Entscheidungen unmittelbar. Dafür brauche ich ein Höchstmaß an Präzision beim Abhören jedes einzelnen Details.”

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“Die ATC erlauben es mir, den klanglichen Effekt von Veränderungen des Mikrofonierungswinkels von nur einem Grad zu hören”, so Bishop weiter. “Die meisten Monitore übergehen solche winzigen Details, aber genau das macht eine großartige Aufnahme aus.” Darüber hinaus ist es für Michael Bishop unerlässlich, auf jedem Monitor das gleiche Maß an Details hören zu können. “Ob ich mit den Nahfeld-Monitoren der 20er-Reihe von ATC arbeite oder mit der großen 300ern Fernfeld-Abhöre – der Detailgrad ist immer gleichbleibend hoch. Für das Tracking der Spuren von Eigth Blackbird in den IV Lab Studios in Chicago verwendete Bishop zum Beispiel die kompakten ATC SCM25A.

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Die Kollaboration des Dallas Symphony Orchestra mit dem Popgiganten Pharrell Williams stellte das jüngste Highlight in Michael Bishops Karriere dar. Das von Pharrell eigens für diese Zusammenarbeit geschriebene Werk “Rules of the Game” beinhaltet darüber hinaus Tanzeinlagen, Skulpturen und Videoelemente. Für die Aufnahme begab sich Michael Bishop in die Tiefen des Orchestergrabens, der neben einem 28-köpfigen Kammerorchester noch mit einer Hiphop-Rhythmussektion und zahlreichen weiteren Percussioninstrumenten vollgestopft war.

“Die Aufnahmen im Orchestergraben waren extrem”, so Bishop. “Durch die beengten Platzverhältnisse musste ich jedes Element sehr nah mikrofonieren. Zudem verwendeten alle Musiker In-ear-Monitoring, um in-time mit den vorab produzierten Samples zu sein.” Zurück im hauseigenen Five/Four Studio mischte Bishop die Aufnahmen auf seiner 5.1-Anlage, bestehend aus ATC SCM150ASL-Monitoren. “Der Zeitdruck für die Mischung war hoch, den die Tänzer brauchten den fertigen Song für die Aufführung ohne Live-Orchester”, erklärt Bishop. “Wie immer waren mir die ATC-Monitore eine große Hilfe. Seit ich vor 17 Jahren auf ATC umgestiegen bin, klingen meine Mixe auf sämtlichen Lautsprechern so wie ich es beabsichtige.”