Die sächsische Electroformation f.o.d. entstand im Jahr 2000 aus den beiden Bands „farout“ und „d.o.d.“. Die Fusion beider Bands erwies sich als Kernschmelze: Ursprünglich als reines Studioprojekt geplant, etablierte sich f.o.d. mit einer einzigartigen Mischung aus EBM und Dance, „eXcess dance“ genannt, schnell auch live als feste Größe in der Szene. Seitdem hat die Band in der elektronischen Musikwelt einige Fußspuren hinterlassen: Drei Alben, zwei Singleauskopplungen und mehr als 100 Live-Konzerte im In- und Ausland kann f.o.d. bereits auf der Habenseite verbuchen. Ende November erschien „Maschinentanz“, das jüngste Album der Band aus Sachsen. Im Interview mit S.E.A. Uncut spricht Bandmitglied an/dress a.anderson über die Entstehung des neuen Albums.

Hallo an/dress, ihr habt grad euer viertes Album produziert und seid wieder mit „And One“ auf Tour. Bei euch ist ja einiges los!

Ja, wir haben erneut das Glück, mit And One auf Tour zu gehen. Es ist für uns eine besondere Ehre, da wir bereits die zweite Konzertreihe mitfahren und schon seit den 90er Jahren And One hören. Die Presse ordnet uns mittlerweile der gleichen musikalischen Richtung zu. f.o.d. selbst gibt es seit fast zehn Jahren und seit 2010 mit neuer Besetzung. Eva Pölzing (ehem. Blutengel) ist nun mit Frontmann eXcess-D, Maschinist Mr. André van den Gerk und meiner Nichtigkeit, festes Bandmitglied von f.o.d. Musikalisch bewegen wir uns in Richtung „Bodypop“, also auf einem rein elektronischen Fundament.

Was kannst Du uns zum neuen Album sagen?

Seit heute ist „Maschinentanz“ bundesweit in den Plattenläden erhältlich und überall herunterladbar. Für uns ist die Platte die konsequente Weiterentwicklung von „Synthesizer Tanzmusik“. Der aktuelle Silberling wurde komplett synthetisch hergestellt und kommt im Gegensatz zum Vorgänger ganz ohne echte Gitarren aus. Inhaltlich deckt „Maschinentanz“ alle Themen zwischenmenschlicher Beziehungen ab. Im Vordergrund steht aber der Name des Albums und der ist ganz klar Programm. Wir hoffen natürlich, dass dieses Album „Synthesizer Tanzmusik“ charttechnisch schlägt. Dieses Album hatte es bis auf Platz 4 der Deutschen Alternative Charts (DAC) geschafft und sich die Maximaldauer von acht Wochen dort gehalten. Platz 3 der DAC wäre diesmal schon ein klares Ziel. Wir werden sehen, wie sich die Club-DJs entscheiden. Genügend Material haben wir Ihnen auf jeden Fall an die Hand gegeben.

Wie habt ihr produziert und was habt ihr anders als beim letzten Album gemacht?

Wie schon angedeutet, ist „Maschinentanz“ komplett am PC entstanden. Ja, wir arbeiten unter Windows. Ausführender Produzent, wie bei dem Vorgängeralbum auch, war Sven Eidam (se productions). Wir haben ihm dann die Einzelspuren übergeben und in seinem Studio auch die kompletten Vocals aufgenommen. Aufgrund der Erfahrungen bei „Synthesizer Tanzmusik“ wurde dort auch technisch aufgerüstet, um noch ein paar Prozente aus den Tracks rauszuholen. Beim Vorgänger hat noch eine UAD-1 gereicht, diesmal war noch eine UAD-2 nötig. Aus dem Aha-Effekt bei der letzten And One Tour, bei der wir VOVOX Klangleiter im Einsatz hatten, ergab sich auch das Bedürfnis, diese unbedingt im Studio einzusetzen. Um die besten Ergebnisse bei den Vocal-Aufnahmen zu erreichen, fehlte noch ein entscheidendes Kettenglied, der Mic-Preamp. Die Wahl viel dabei auf den ME1NV von Great River. Eigentlich wollten wir verschiedene Vorverstärker testen, sind aber gleich beim ME1NV hängen geblieben.

Welchen Einfluss haben ME1-NV, UAD und Vovox auf euren Sound?

Der ME1NV hatte ganz klare und deutliche Auswirkungen auf die Vocals. Es ist schwer zu definieren, aber sie sind einfach „fetter“ und genau so, wie wir uns das für die Stimmen von eXcess-D und Eva gewünscht haben. Das Doppelteam aus UAD-1 und UAD-2 muss eigentlich nicht weiter besprochen werden. Mehr Power, mehr Power, mehr Power! Ein phänomenaler Klang und eine konstant hohe Leistung. Die war auch nötig bei bis zu 120 Spuren pro Song. Die Masse der Klangprozente gehen auf die Kappe der UADs und deren Plug-Ins. Die VOVOX Klangleiter waren wie eine Erleuchtung. Wenn man plötzlich hört oder viel besser hört, wo das Problem eigentlich „klingt“, kann man dort gezielt eingreifen und der Störfrequenz zu Leibe rücken. Aufgrund des neuen Equipments, ist „Maschinentanz“ das bisher brillanteste und kraftvollste f.o.d. Album. Wir hoffen, wir haben uns damit nicht ein Bein gestellt, denn das wird wirklich schwer zu toppen sein.

Ihr seid bereits seit einiger Zeit auf ausgedehnter Deutschlandtour mit „And One“, mit denen ihr gut klar kommt? Wie läuft es denn?

Perfekt wäre untertrieben. Es macht sehr viel Spaß mit Steve Naghavi & Co. auf Tour zu sein. Der Sonic Seducer zum Beispiel sagt über uns: „Diese Band klingt nicht nur wie And One’s kleiner Bruder – sie ist es!“ Also geht es bei uns sozusagen sehr familiär zu. Die ersten fünf Konzerte der Tour waren ausverkauft, jetzt stehen noch vier weitere Termine auf dem Programm.

Was steht bei euch demnächst an? Was habt ihr vor? Wie sind eure Pläne?

Aktuell hat die Tour unsere ganze Aufmerksamkeit. Im Januar werden wir uns dann wieder in den Studios einschließen und an neuen Titeln arbeiten. Wir hoffen, so die Wartezeit bis zum Nachfolger erheblich zu verkürzen. Die Fertigstellung von „Maschinentanz“ hat ja nun knapp drei Jahre gedauert. Das können wir unseren Fans nicht noch einmal antun. Weitere taktische Überlegungen gibt es bis dato noch nicht. Technische allerdings schon: Eine weitere UAD-2 muss ran!

Vielen Dank. Wir wünschen euch noch eine erfolgreiche Tour und mindestens einen dritten Platz in den Deutschen Alternative Charts!

www.fod-band.de